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Das American Quarter Horse

Weltweit gibt es 4,6 Millionen registrierte Quarter Horses. Damit ist das American Quarter Horse die zahlenmäßig am häufigsten vertretene Pferderasse der Welt.

Das Aussehen

Das American Quarter Horse hat einen kurzen und edlen, keilförmig zulaufenden Kopf mit kleinem Maul. Auch die Ohren sind verhältnismäßig klein und besonders beweglich. Die Augen sind groß und sitzen seitlich einer breiten Stirn. Die Stirn- und Ganaschenmuskeln sind sichtlich gut ausgeprägt. Das Genick bietet ausreichende Ganaschenfreiheit.
Die Schulter ist schräg, die Brust sehr breit und kräftig bemuskelt, der Hals ist mittellang, die Rückenlinie startet mit einem gut ausgeprägten Widerrist in einen nicht zu langen Rücken mit kräftiger Lendenpartie. Die Kruppe ist lang, schräg und gut bemuskelt. Der Schweif ist eher tief angesetzt.
Die Röhrbeine sind relativ kurz, die Gelenke kräftig ausgeprägt. Unterarm und Unterschenkel sind gut bemuskelt. Die Hufe sind mittelgroß und hart.
Das Stockmaß liegt zwischen 1,45m bis 1,75m.
Aktuell hat man sich auf die Züchtung von zwei verschiedenen Typen des Quarter Horses spezialisiert, welche für unterschiedliche sportliche Disziplinen geeignet sind:

Den kleinen, kompakten und flexiblen Typen: perfekt für Reining und Cutting
Den größeren, schmaleren und längeren Typen: perfekt für Pleasure, Horsemanship und Hunter

Die Farben beim American Quarter Horse

Beim American Quarter Horse kommen alle Fellfarben außer Schecken vor. Gerade das Quarter Horse ist für seine vielen und besonderen Fellfarben bekannt. Große Abzeichen sind jedoch unerwünscht und auch nicht charakteristisch für die Rasse des American Quarter Horse. Vor allem weiße Abzeichen sind eher unerwünscht und nur unterhalb des Karpalgelenks der Vorderbeine und des Sprunggelenks der Hinterbeine erlaubt.
Die meisten Quarter Horses sind Füchse, „Sorrel“ genannt. Sie machen 30% aller Quarter auf der Welt aus. Auch Braune „bay“ sind mit etwa 20% sehr häufig anzutreffen. Schweißfüchse „Chestnut“ kommen bei etwa jedem 10. Quarter Horse vor. Rappen und Schimmel sind eher selten.

Besonders typisch für das Quarter Horse ist auch die Fellzeichnung „Bucksin“ vor, was einem Sandfarbenen Ton entspricht. Die Bezeichnung stammt aus dem amerikanischen und beschreibt ein braunes Pferd, welche durch das sogenannte „Cream-Gen“ im Farbton aufgehellt wurde. Jedoch gibt es bei den Bucksins viele unterschiedliche Schattierungen und Abzeichen. Die Sandfarbe geht von gelb bis gold. Oft weisen Pferde mit dieser Fellfarbe auch schwarze Abzeichen auf.
Quarter Horses mit der Farbe „Grullo“ sind mausgrau und haben einen Aalstrich auf dem Rücken. Teilweise kommen hier auch Zebrastreifen vor.

Seit 2004 dürfen auch Cremellos registriert und eingetragen werden. Allerdings müssen beide Elternteile auch registrierte reinrassige Quarter Horses sein. Dieses muss durch eine Genotypisierung nachgewiesen werden.

Laut „American Quarter Horse Association“ (AQHA) werden folgende 16 Fellfarben bei Quartern anerkannt:
1. „SORREL“: Fuchs
rötliches oder kupferfarbenes Fell,
Mähne und Schweif im selben Farbton wie das Fell oder heller,
Aalstrich möglich
2. „BLACK“: Rappe
gleichmäßig schwarzes Fell,
Mähne und Schweif schwarz
3. „BAY“: Brauner
braunes bis rotbraunes Fell,
Mähne und Schweif schwarz,
Beine schwarz,
Aalstrich möglich
4. „BROWN“: Dunkelbrauner oder Schwarzbrauner
braunes oder schwarzes Fell,
Mähne und Schweif schwarz
helleres Fell am Maul, ums Auge und an der Flanke
5. „BLUE ROAN“: Rappe mit Sichelhaaren
Fell ist eine gleichmäßige Mischung aus schwarzen und weißen Haaren
Kopf und Beine dunkel
6. „BAY ROAN“: Braun mit Sichelhaaren
Fell ist eine gleichmäßige Mischung aus braunen und weißen Haaren
Kopf dunkler
Mähne, Schweif und Beine schwarz
7. „RED ROAN“: Fuchs mit Sichelhaaren
Fell ist eine gleichmäßige Mischung aus roten und weißen Haaren
Mähne und Schweif sind rot
Kopf und Beine sind rot
8. „GRULLO“: Mausfalbe
rauchgraues oder mausfarbenes Fell
Mähne, Schweif und Beine schwarz
Häufig Aalstrich
9. „CHESTNUT“: Schweißfuchs
rotbraunes oder dunkelrotes Fell
Mähne und Schweif meist schwarz
Beine rot
Aalstrich möglich
10. „DUN“: Falbe
goldenes Fell
Mähne und Schweif braun oder schwarz
Häufig Aalstrich
Häufig Zebrastreifen an den Beinen
11. „RED DUN“: Fuchsfalbe
gelbes oder fleischfarbenes Fell
Mähne und Schweif rot, flachsfarben, weiß oder Mischung
Häufig rote Zebrastreifen an den Beinen
12. „GRAY“: Schimmel
weißes Fell (oft auch andere Farben in einzelnen Haaren)
Mähne und Schweif weiß
13. „PALOMINO“: Isabell
gold-gelbes Fell
Mähne und Schweif weiß
14. „BUCKSIN“: Erdfarben
gelbliches bis goldenes Fell
Mähne, Schweif und Beine schwarz
15. „CREMELLO“: Weißisabell
weißes bis hell-cremefarbenes Fell
Mähne und Schweif weiß
Blaue Augen
Rosafarbene Haut
16. „PERLINO“: Cremefarben
weißes bis hell-cremefarbenes Fell
Mähne und Schweif etwas dunkler als restliches Fell
Blaue Augen
Rosafarbene Haut

Außerdem sind auch Farben wie Leuchtrappen, Silberfarben und Windfarben möglich. Diese werden allerdings von der AQHA nicht als Quarter Horse-Standardfarben anerkannt.

Der Charakter

Das American Quarter Horse ist ruhig und freundlich. Es hat starke Nerven, lässt sich leicht ausbilden und trainieren und ist lernfähig. Einigen Pferden sagt man einen sogenannten „Cow-Sense“ (Kuhsinn) nach. Was heißt, dass diese Pferde instinktiv wissen, dass sie die Rinder zu treiben und diesen zu folgen haben. Das prädestiniert diese Rasse als Rancharbeiter.

Die Zuchtgeschichte

Vor dem 17. Jahrhundert waren Pferde in Amerika ausgestorben. Im 17. Und 18. Jahrhundert kamen die Siedlerströme und brachten wieder viele Rassen mit aif den amerikanischen Kontinent. Dazu gehörten von den Spaniern und Portugiesen andalusische Pferde, Berber und Araber, die im heutigen Mexiko eintrafen. Aber auch Englische Vollblüter, Percherons und einige Ponyrassen fanden zu der Zeit ihren Weg nach Amerika.
Das American Quarter Horse entstand aus einer Kreuzung all dieser Rassen. Vor allem spanische Pferde hatten einen großen Einfluss auf die Rasse des heutigen Quarters.
Das Quarter Horse spielte eine wichtige Rolle bei der Eroberung des Westens der USA. Hier überlebten nur die leistungsfähigsten und zähesten Pferde beim täglichen Kampf um Leben und Tod. Aber auch für die Cowboys waren die gut bemuskelten Pferde gute Partner. Sei es bei langen Distanzen, die zurückgelegt werden mussten oder bei der Farmarbeit. Auch bei der Feldarbeit wurden die Pferde mit der muskulösen Hinterhand eingesetzt. Man sah sie aber auch oft vor Kutschen um die Menschen Sonntags in die Kirche zu bringen.

Den Namen „Quarter Horse“ erhielten die kompakten Pferde von den Pferderennen, die im 18. Jahrhundert in den Südstaaten stattfanden, den „Quarter Mile Races“, also Rennen über eine viertel Meile (ca. 400m). Diese wurden auf den Hauptstraßen abgehalten, die dafür einfach gesperrt wurden. Meistens traten zwei Pferde im direkten Rennen gegeneinander an.
Heute bezeichnet man den klassischen Quarter-Horse-Typ als „stock type“. Er ist trotz seiner Muskulösität schnell und wendig. Durch die verschiedenen Disziplinen im Westernreiten züchtete man vom klassischen Typ mehr und weniger stark abweichende Quarter.

Der „Halter“ ist der Bodybuilder unter den Quarter Horses. Seine Bemuskelung ist extrem ausgeprägt.

Quarter Horses im Typ „Pleasure“ sind feiner und leichter. Manche von ihnen lassen vom Aussehen des Kopfes einen Araber erahnen. Pferde mit dem sogenannten „Cow Sense“, wie schon unter im Absatz „Der Charakter“ erwähnt, werden weniger auf Aussehen, als auf deren Leistung gezüchtet. Sie sind perfekt für die Arbeit auf der Ranch. Quarter im Typ „Reining“ sind im Vergleich zu den anderen Typen ihrer Rasse relativ klein und leicht, was ihnen eine besondere Schnelligkeit und Wendigkeit verleiht. Ein zusätzlicher und besonderer Typ ist der „Renn-Quarter“, bei dem viel Vollblut enthalten ist. Er wird speziell für die immer noch populären Kurzstreckenrennen in den USA gezüchtet. Diese Rennen sind die höchstdotierten in den Vereinigten Staaten vom Amerika.

Das Vollblut ist die einzige Rasse, die beim American Quarter Horse eingekreuzt werden darf. Quarter, die durch solche Einkreuzungen entstanden sind, werden in ein „Appendix-Register“ des Zuchtbuches eingetragen. Erringt ein solches Pferd eine bestimmte Anzahl an Turnieren oder Pferderennen, kann es sich damit für Papiere der American Quarter Horse Association qualifizieren.

Weiterführende Informationen

Verbände und Organisationen

Deutsche Quarter Horse Associations

Bücher

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