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Das Norwegische Fjordpferd

Das Norwegische Fjordpferd hat sich in den letzten Jahren zum beliebten Freizeitpferd entwickelt. Es ist zuverlässig und robust, was die charmanten Falben zu idealen Freizeitpartnern macht.

Das Norwegische Fjordpferd zählt zu den ältesten Pferderassen in Europa. Es stammt aus den Küstenbereichen Norwegens. In Deutschland ist das Fjordpferd weit verbreitet. Trotzdem ist Skandinavien das hauptsächliche Zuchgebiet des Norwegischen Fjordpferdes. Umgangssprachlich wird es auch gerne als Norweger oder Fjordpferd bezeichnet.

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Das Aussehen

Alle Norwegischen Fjordpferde können auf einen Hengst und dessen drei Hauptlinienhengste zurückgeführt werden. Das erklärt auch die enorme Ähnlichkeit aller Fjordpferde. Äußerlich erinnern die heutigen Norwegischen Fjordpferde immer noch stark an das asiatische und osteuropäische Wildpferd. Von diesen hat das Fjordpferd einige Merkmale behalten. Auffällig sind der dunkle Aalstrich, welcher sich vom Hals über den Rucken und bis zum Schweif zieht. Auch die unterschiedlich stark ausgeprägten Zebrastreifen an den Beinen gehören dazu. Da der Aalstrich auch über den Hals läuft, ist die eigentlich weiße Mähne in der Mitte dunkel. Vor allem dieses Merkmal, zusammen mit der Falbenfarbe, ist es, was das Norwegische Fjordpferd äußerlich ausmacht.

Alle Fjordpferde haben nur eine vorkommende Fellfarbe: Falben. Diese können allerdings noch in sechs genauere Farbabstufungen unterteilt werden. Braunfalben sind die am meisten verbreitete Falbenart bei Norwegern. Zusätzlich gibt es aber noch seltenere Graufalben, Weißfalben, Gelbfalben, Hellfalben und Rotfalben.

Norwegische Fjordpferde haben ein Stockmaß zwischen 1,35m und 1,50m. Sie sind kräftig gebaut und haben meist einen kurzen Rücken. Man kann sie also als ziemlich kompakt bezeichnen. Der Kopf ist relativ klein aber an der Stirn breit und beinhaltet wache und klare Augen. Die Ohren sind verhältnismäßig klein und spitz.

Die Schultern sind stark und breit, der Widerrist ist wenig ausgeprägt. Das schafft dem Fjordpferd einen tragfähigen Rücken, weshalb es auch von Erwachsenen gut geritten werden kann. Unterstützt wird die Tragfähigkeit zusätzlich durch die gut ausgeprägten und starken Gelenke.

Heutzutage versucht man das Norwegische Fjordpferd eher sportlicher zu züchten. Denn mit dünneren Beinen, einer schlankeren Gesamtfigur und einem längeren Hals bietet es bessere Voraussetzungen als Reitpferd.

Bildergalerie

Der Charakter

Da das Norwegische Fjordpferd fürher hauptsächlich für landwirtschaftliche Arbeiten genutzt wurde, war das Zuchtziel ein robustes, leistungsbereites und unerschrockenes Pferd. Nachdem immer mehr Maschinen die Landwirtschaft eroberten, benötigte man immer weniger Pferde für diese Arbeiten, was einen starken Rückgang der Norwegischen Fjordpferde in den 60er Jahren zur Folge hatte. Kurze Zeit später erlebte das charismatische Fjordpferd aber ein Comeback als Freizeitpartner. Seine angezüchtete Leistungsbereitschaft kam ihm dabei sehr zugute. Aufgrund seiner guten Voraussetzungen kam das Fjordpferd von nun an als Reit- und Fahrpony zum Einsatz.

Das Einsatzgebiet

Das Norwegische Fjordpferd hat sich als wahrer Allrounder herausgestellt. Auch wenn das Fjordpferd auf den ersten Blick nicht so wirkt, ist es sowohl in der Dressur als auch im Springen anzutreffen.

Auch aus dem Fahrsport sind die kompakten Falben nicht mehr wegzudenken. Ihr kompakter Körperbau ermöglicht ihnen eine starke Zugkraft und enorme Wendigkeit.

Wegen ihres gutmütigen Charakters können auch Kinder sie händeln. Norweger werden wegen ihrer freundlichen Art auch gerne als Einsteigerpony und Therapieponys in der Hippotherapie genutzt.

In Norwegen nutzt man das heimische Pferd auch immer noch als Packpferd. Aber auch in Deutschland schätzt man das trittsichere und belastbare Fjordpferd für Wanderritte.

Die Zuchtgeschichte

Die genaue Herkunft des Norwegischen Fjordpferdes ist nicht genau zurückzuverfolgen. Man vermutet, dass es von den asiatischen Wildpferden abstammt. Die Wikinger kreuzten ihre keltischen Pferde, die sie bei ihren Raubzügen erbeutet hatten, mit der bei ihnen vorhandenen Pferderasse, welche eine Mischung aus dem damaligen asiatischen Wildpferd und dem heutigen Fjordpferd war. Nachdem die Zeit der Raubzüge vorbei war wurden die Wikinger sesshaft und nutzen die Pferde für die Landwirschaft und um Lasten über größere Strecken zu transportieren.

Die Zuchtgeschichte des Norwegischen Fjordpferdes erzählt, dass bis 1876 auch fremdrassige Pferde eingekreuzt wurden. Dabei handelte es sich hauptsächlich um sogenannte Dolepferde, eine auch in Norwegen beheimatete Kaltblutrasse.

Da man mit den Charaktereingenschaften aber noch nicht zufrieden war, fand 1886 eine Rassebereinigung statt. Das bedeutet, dass seit diesem Jahr keine anderen Fremdrassen mehr eingekreuzt wurden.

Der Urhengst des Norwegischen Fjordpferdes ist der in Norwegen gezogene NJÅL N 166. Aus diesem entstanden die 3 Hauptlinienbegründer ØYARBLAKKEN N 819, HÅKON JARL N 645 und BERGFAST N 635. Alle drei hatten unterschiedliche äußerliche und innerliche Eigenschaften, die man vereinen wollte. Yarblakken war temperamentvoll und selbstbewusst mit einem starken Fundament, Hakon Jarl dagegen hübsch mit hoher Aufrichtung und kraftvollen Bewegungen. Bergfast war kleiner, zeigte aber elegante Bewegungen und hatte viel Behang.

In Deutschland wurden die Fjordpferde das erste mal 1883 auf einer Landwirtschaftsausstellung vorgestellt. Doch zu dieser Zeit war das Interesse an den kleinen Kraftpaketen noch nicht sehr hoch. Erst 1940 wurden 18 Norwegische Fjordpferde nach Deutschland importiert. Das lag vor allem an der Nachfrage nach Arbeitspferden während und nach dem Krieg. Zu dieser Zeit wurden dann in Deutschland Fremdrassen von Pferden und Ponys eingezüchtet.

1954 legte die Arbeitsgemeinschaft der Pony- und Kleinpferdezüchter dann aber fest, dass nur noch Norwegische Fjordpferdestuten ins Stutbuch eingetragen werden, denen von Mutterseite aus mindestens drei Generationen der Anpaarung mit reinrassigen Fjordpferden nachgewiesen werden konnten.

Weiterführende Informationen und Links

Organisationen und Verbände

Interessengemeinschaft Fjordpferd e.V.

Züchter

Fjordgestüt Klosterhof  (www.fjordpferde-klosterhof.de)

Fjordpferdezucht A&G Altmeier (www.fjordzucht.de)

Fjordpferdezucht Elisabeth und Reinhold Eitenmüller (www.fjordpferde-eitenmueller.de)

Bildquellen:

Beitragsbild:
Hans-Jörg Hellwig

Galeriebilder:
Ganz lieben Dank an
Marielle von Frau Antje, ein außergewöhnlicher Norweger
Anni von Orkanix – Das Fjord mit dem gewissen Etwas

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