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Die richtige Haltung bei Sommerekzem

Haltung bei Sommerekzem ist ausschlaggebend für den Verlauf und die Schwere der Erkrankung

Die Stärke und Ausprägung vom Sommerekzem ist vor allem auch von der Haltung des betroffenen Pferdes abhängig. Folgende Dinge sollte man bei der Haltung bei Sommerekzem beachten:

  • trockene Umgebung:

Mücken vermehren sich in stehenden Gewässern. Deshalb ist gerade an Waldrändern, Mooren und Seen die Anzahl an Kriebelmücken viel höher. Umso mehr Brutplätze vorhanden sind, umso mehr Mücken gibt es, die Pferden mit Sommerekzem das Leben schwer machen.

  • Unterstand (am Besten geschlossen):

Ein Pferd mit Sommerekzem sollte einen kühlen Unterstand zur Verfügung haben, da sich dort weniger Mücken und andere Insekten aufhalten. Ideal ist es, wenn der Eingangsbereich mit einem durchsichtigen Lamellenvorhang aus PVC geschützt ist.

  • gepflegter Stall und Weiden:

Paddock, Stall und Weide sollten immer regelmäßg abgeäppelt werden. Herumliegender Pferdemist lockt Insekten an.

  • Robuste Einzäunung von Paddock und Weide:

Vor allem sollte Strom vorhanden sein, um das Schubbern und Kratzen der Pferde mit Sommerekzem an den Zaunlatten zu vermeiden, da diese dadurch beschädigt oder sogar zerstört werden können.

  • karge, ungedüngte Weiden:

ein Pferd mit Sommerekzem sollte wenig Eiweiß zu sich nehmen und nicht übergewichtig sein, da dies seinen Stoffwechsel zusätzlich belastet

  • ordentliche Weide, Paddock und Stall:

es sollten bei Ekzemerpferden nie Ackergeräte oder andere spitze oder Scharfkantige Gegenstände in Reichweite herumstehen. Ekzemerpferde nutzen diese nämlich gerne, um sich zu kratzen und schubbern, was böse und blutige Verletzungen verursachen kann

  • geregelte Paddock und Weidezeiten:

Kriebelmücken (Gnitzen) sind besonders in den frühen Morgenstunde und am Abend in der Dämmerung aktiv. Starke Sommerekzemer sollten in dieser Zeit im Stall bleiben oder mit einer Decke geschützt werden.

MEIN PERSÖNLICHER TIPP: Ich vermeide das Reiten auf dem Platz und im Gelände am Abend. Dann sind die Kriebelmücken sehr aktiv und ich merke, dass mein Pferd unruhig wird und sich gar nicht auf die Arbeit konzentrieren kann.

Das richtige Weidemanagement bei der Haltung bei Sommerekzem beachten

Auf das richtige Weidemanagement lohnt es sich nochmal genauer einzugehen.

Das Hauptproblem liegt im Fruktangehalt des Grases. Fruktan ist eine bestimmte in Pflanzen vorkommende Art von langkettigen Zuckern . Diese brauchen die Pflanzen neben Stärke als Zwischenspeicher für Energien. Gras kann bis zu 90% der Energie als Fruktan speichern.

Betrachten wir die Vorfahren der Pferde, die in kargen Steppen gelebt haben, wird uns bewusst, dass saftige Weiden nicht gut für unsere Pferde sind. Gerade der ohnehin schon belastete Organismus des Sommerekzemers kann große Mengen an Fruktan nicht vertragen und reagiert mit Allergien. Gerade im Frühjahr und Herbst ist der Fruktangehalt im Gras besonders hoch. Zu dieser Zeit ist besondere Vorsicht geboten, dass Ekzemer in dieser Zeit nicht zu viel fruktanhaltiges Gras zu sich nehmen.

Umfassende Weidewirtschaft leistet einen wertvollen Beitrag zur Besserung des Sommerekzems

Was hier helfen kann ist eine umfassende Weidewirtschaft. Diese Punkte sollte man besonders beachten:

Ausgesuchte Gräser bei der Neuansaat

Bei einer Neuansaat sollte man keine Grasmischungen verwenden, die für Rinder gedacht sind, sondern auf fruktanarme Grasmischung für Pferdeweiden. Stellt man sich die Mischung komplett selber zusammen, sollte man dabei auf Weidelgras und Klee verzichten. Besser ist es zu Grasarten zu greifen, welche auf Pferdeweiden schon größtenteils verdrängt worden sind, wie beispielsweise Obergräser wie Knaulgras, Wiesenlieschgras und Wiesenfuchsschwanz. Auch Wiesenrispe, Wiesenschwingel und Rotschwingel kann man wählen, da diese auch zu den Gräserarten mit abnehmendem Zuckergehalt gehören.

Schonjahr einlegen

Alle paar Jahre sollte eine Weide ein Jahr geschont werden. In diesem sollten keine Pferde oder andere Tiere auf ihr grasen.

Wechselnutzung

Sicherlich nicht für jeden durchführbar, aber am hilfreichsten ist es, Weiden im Wechsel mit Beweidung durch Rinder, Pferde und Heugewinnung zu nutzen.

Späte Beweidung nach Mitte der Blüte

Lässt man die Pferde erst ab Mitte der Blütezeit der Gräser (etwa Anfang Juni) auf die Weide können diese Absamen, wodurch sie sich besser vermehren und man spart sich die Nachsaat.

Abhängigkeit des Fruktangehaltes von Temperatur und Witterung

Wie viel Fruktan eine Pflanze produziert ist abhängig von der Sonneneinstrahlung und der Feuchtigkeit.

Diese Tabelle zeigt, wann der Fruktangehalt im Gras besonders hoch ist. Zu diesen Zeiten sollten Ekzemer nicht zu lange auf die Weide:

sehr kaltes Wetter und starker Sonnenschein Sehr hohe Energieproduktion und massive Speicherung von Fruktan, da kein entsprechendes Wachstum sehr hoher Fruktangehalt
kaltes Wetter (eventuell sogar Nachtfrost) Kein Wachstum aber gesteigerte Fruktanspeicherung hoher Fruktangehalt
warmes Wetter, Regen Energieproduktion aber Wachstum und Abbau der Fruktanspeicher mittelmäßiger Fruktangehalt
bedeckter Himmel, warmes Wetter Wenig Energieproduktion aber Wachstum geringer Fruktangehalt

Wer diese Tipps bei der Haltung bei Sommerekzem beachtet, kann dem betroffenen Pferd damit weiterhelfen und eine Verbesserung des Sommerekzems begünstigen.