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Pferd hustet - was kann man tun?
Pferd hustet - was kann man tun?

Pferd hustet – Ursachen und Behandlung

Ein Pferd hustet- Der Anblick eines hustenden Pferdes geht zu Herzen und löst bei vielen Pferdehaltern große Sorge aus. Diese Sorge ist berechtigt, denn Pferdehusten ist nicht wie beim Menschen auf eine kleine Erkältung zurückzuführen und geht auch in den seltensten Fällen von selbst vorbei. Denn wenn ein Pferd erst hustet, liegt oft eine fundierte Störung zugrunde, entweder durch die Haltung, durch falsche Fütterung oder durch eine ansteckende Infektion.

Pferd hustet – Abklärung und Behandlung durch den Tierarzt

Natürlich ist der Ruf nach dem Tierarzt immer auch eine Kostenfrage, allerdings sollten verantwortungsbewusste Pferdehalter immer in eine fachmännische Abklärung der Ursachen investieren, ganz besonders, wenn dem Pferd bereits Schleim aus den Nüstern tritt und der Husten droht, chronisch zu werden. Der Schleim muss durch eine medikamentöse Behandlung gelöst werden, um dem Pferd das Atmen wieder zu erleichtern und auch Spätfolgen wie eine Allergie gegen Heustaub und Strohstaub zu vermeiden. In den meisten Fällen verordnet der Tierarzt ein Hustenmittel auf der Basis von Acetylcystein oder Dembrexin, hat der Husten eine bakterielle Ursache, wird aber auch der Einsatz eines Antibiotikums notwendig.

Welches Medikament allerdings das richtige ist, kann nur der Tierarzt abklären, das Pferd auf eigene Faust mit frei verkäuflichen Medikamenten zu behandeln, kann oft mehr schaden als nützen wenn das Pferd hustet.

Man unterscheidet folgende Arten von Husten:

  • Akuter Husten
  • Allergischer Husten
  • Chronischer Husten

Akuter Husten beim Pferd

Die häufigste Ursache für plötzlich auftretenden Husten beim Pferd ist eine Bronchitis. Man spricht davon, dass im Durchschnitt ein Viertel aller Pferde ein mal im Jahr von solch einer durch Viren ausgelösten Infektion befallen werden. Ausgelöst wird die Bronchitis beim Pferd meist durch Influenza- oder Herpesviren. Normalerweise klingt die Bronchitis nach 1-2 Wochen wieder ab und mit ihr auch der Husten. Allerdings ist das Pferd erst ca. 3 Monate nach einer akuten Bronchitis wieder voll belastbar.

Behandlung und Vorbeugung:

  • Pferd schonen
  • Husten- und Schleimlöser
  • Herpes- und Influenzaimpfung als Vorbugung immer aktuell halten

Auch Allergien können Husten beim Pferd auslösen

Auch Allergien können beim Pferd Husten auslösen. Beispielweise viel Staub im Stall, der durch Einstreu verursacht wird. Auslöser sind Heustaub, Schimmelsporen im Heu, die beim Füttern aufgewirbelt werden und die Lunge reizende Ammoniakgase aus dem Pferdeurin, der sich in schlecht belüfteten Ställen ansammelt. Aber auch ein staubiger Reitbodenbelag der vom Pferd beim Reiten aufgewirbelt und eingeatmet wird kann eine Reizung der Pferdelunge und somit Husten auslösen. Manche Pferde reagieren auch auf Gräser und Pollen.

Behandlung und Vorbeugung:

  • gute Stallhygiene sicherstellen
  • gute Belüftung im Stall gewährleisten
  • gutes Heu ohne Schimmel füttern
  • Heu vor dem Füttern wässern
  • guter Reibodenbelag der nicht staubt
  • staubfreie Einstreu, welche für Allergikerpferde geeignet ist verwenden

Chronischer Husten beim Pferd birgt Gefahren

Von einem chronischen Husten bei Pferden spricht man, wenn der Husten länger als 2 Wochen andauert. Ein chronischer Husten kann auf der Basis einer nicht ausgeheilten akuten Bronchitis entstehen. Wenn das Pferd hustet und nicht lange genug im Anschluss an eine akute Bronchitis geschont und zu früh wieder belastet wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Bronchitis um ein Vielfaches. Ein chronischer Husten birgt im weiteren Verlauf die Gefahr einer Dämpfigkeit, welche eine niedrigere Belastbarkeit und Atemnot verursacht.

Behandlung und Vorbeugung:

  • Verabreichung von Antibiotika wenn die virale in eine bakterielle Infektion übergeht
  • Inhalation zum weiten der Bronchien und zum stillen von Entzündungen
  • Haltungsbedingungen optimieren

Hustensaft und Schleimlöser bei Pferde-Husten

Viele Reitsportgeschäfte bieten Hustensaft und Kräutermischungen und -kuren an, die sich positiv auf die Atemwege des Pferdes auswirken. Zu den bei Husten eingesetzten Kräutern zählen Spitzwegerich, Thymian, Anis, Fenchel und Huflattich.
Diese Kräuter wirken entzündungshemmend und schleimlösend für die Bronchien. Zusätzlich haben die krampflösende Eigenschaften und beruhigen somit die Schleimhäute.

Man kann allerdings auch gesunden Hustensaft und Schleimlöser selber herstellen. Hier hier gibt es die Rezepte dazu.

Den Pferde-Husten mit Phytotherapie bekämpfen

Chemische Medikamente dürfen keine Dauerlösung sein, da sie den Organismus belasten und Organe wie Herz und Leber angreifen können. Bei Pferden mit chronischem Husten hat sich daher die Phytotherapie, also die Behandlung mit medizinisch wirksamen Futterpflanzen, bewährt. Viele Heilpflanzen, die uns Menschen aus der eigenen Hausapotheke bekannt sind, haben auch bei Pferden eine schleimlösende, entkrampfende und antibakterielle Wirkung. Dazu gehören Salbei und Thymian ebenso wie Fenchel, Anis oder Schlüsselblumen. Diese können im Winter als Tee aufgekocht und als Mash gefüttert werden oder auch trocken ins normale Kraftfutter gegeben werden.

Zusätzlich zu den Medikamente die Haltungsbedingungen des hustenden Pferdes optimieren

Die Behandlung mit Medikamenten hat allerdings auch immer Nebenwirkungen und belastet den Gesamtorganismus des Pferdes, und so notwendig sie in vielen Fällen auch ist, kann sie doch immer nur eine lindernde Sofortmaßnahme sein. Wer den Ursachen des Hustens nicht auf den Grund geht, kann sein Pferd auf Dauer nicht gesund erhalten, denn häufig ist die Art Haltung ein Grund warum ein Pferd hustet.

Um Husten zu lindern, ihm vorzubeugen oder ihn dauerhaft zu heilen, hilft es immer, sich zu vergegenwärtigen, wie Pferde in freier Wildbahn leben, denn Wildpferde erkranken nie an Husten, er kann also zu den „Zivilisationskrankheiten“ im Reich der Pferde gezählt werden. Das Pferd zählt zu den sogenannten „Schlendertieren“, es bewegt sich also bei einer natürlichen Lebensweise auf der Futtersuche den ganzen Tag an der frischen Luft. Die natürlichste Form der Pferdehaltung ist also immer noch die Weidehaltung, die kein noch so gut konzipierter Stall wirklich ersetzen kann. Allerdings sind in unseren Breitengraden längst nicht mehr alle Pferderassen für die ganzjährige Weidehaltung geeignet, sodass wir als Halter Alternativen schaffen müssen, die einem chronischen Husten von Anfang an wirkungsvoll vorbeugen und einem bereits hustenden Pferd sein Los erleichtern.

Die Haltung als Auslöser für Husten beim Pferd

Oft liegt die Ursache für Pferdehusten in der Boxenhaltung und der Fütterung. Der beißende Geruch des Ammoniaks im Pferdemist belastet die Atemwege ebenso wie der Staub, der Heu und Stroh entweicht. Milbenkot, Schimmel, verschiedene Pilzsporen oder auch Pollen im Heu lösen besonders bei sensiblen Pferden einen Husten aus, der sich zu einer dauerhaften Bronchitis entwickeln kann, die bis zu Dämpfigkeit führt. Auch Stress und mangelnde Bewegung fördern den Husten.

Penible Sauberkeit im Stall und regelmäßiges Ausmisten sind also genau so wichtig wie die Qualität von Heu und Stroh. Weisen Raufutter und Einstreu graue oder sogar schwarze Flecken auf, oder entströmt dem Heu bereits beim Aufschütteln eine dichte Staubwolke, darf es auf keinen Fall verfüttert werden.

Auch minderwertiges Heu aus Kostengründen als Einstreu zu verwenden, darf keine Lösung sein. Heu und Stroh gehören nur in die Nähe von Pferden, wenn sie sauber, trocken und staubfrei sind und einen frischen Duft verströmen. Bei anfälligen Pferden empfiehlt es sich auch, das Heu vor dem Füttern mit frischem Wasser zu befeuchten. Dazu kann es in ein Heunetz gefüllt und dann in eine Tonne mit Wasser eingetaucht werden. Doch Vorsicht beim Herausheben des gewässerten Heus, es kann ziemlich schwer werden!

Mit frischer Luft und Bewegung die Gesundheit des hustenden Pferdes fördern

Auch ein gut gelüfteter Stall kann den Auslauf an der frischen Luft nicht ersetzen. Natürlich kann ein Fenster in der Box ein wenig Linderung verschaffen, besser ist aber regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Wer nicht die Möglichkeit hat, sein Pferd auch im Winter für einige Stunden am Tag auf die Weide zu stellen, sollte es wenigstens auf den Paddock lassen. Als Dauerlösung bietet sich natürlich die Offenstallhaltung an.
Regelmäßige Bewegung ist ebenfalls ein unterstützender Faktor bei der Behandlung von Husten. Schonende Geländeritte unterstützen den Selbstreinigungseffekt der Atemorgane und fördern natürlich auch die gesamte Widerstandskraft des Tieres. Wer dazu keine Möglichkeit hat und in der Reitbahn mit dem Pferd arbeitet, sollte auch die Reitbahn regelmäßig wässern, um eine zu große Staubentwicklung zu vermeiden und damit auch dass das Pferd hustet.

Artikelbild: © Anastasija Popova / Shutterstock